Tsukuyomi – wer ist das in der japanischen Mythologie

Tsukuyomi ist der Gott des Mondes, der mittlere der drei Hauptkinder von Izanagi, geboren aus seinem rechten Auge. Anders als seine Schwester Amaterasu und sein Bruder Susanoo hat er fast keine eigenen Mythen: Es ist nur eine Geschichte überliefert – wie er die Essensgöttin Ukemochi tötete, weil sie Speisen aus ihrem Mund zubereitete. Seitdem erscheinen Sonne und Mond nicht gemeinsam am Himmel.

Tsukuyomi – wer ist das in der japanischen Mythologie

Tsukuyomi ist ein Gott, über den die japanische Mythologie am wenigsten erzählt, und genau das ist der Punkt: Seine Abwesenheit in der Handlung der Chroniken wurde selbst zur Handlung – einer volkstümlichen Erklärung, warum Tag und Nacht sich nie begegnen.

Wer ist Tsukuyomi und warum weiß man so wenig über ihn

Tsukuyomi-no-mikoto ist der Gott des Mondes und der Nacht, der mittlere der drei Kinder, die Izanagi während der Reinigung nach Yomi gebar: Amaterasu entstand aus seinem linken Auge, Tsukuyomi aus dem rechten, Susanoo aus der Nase. Der Vater bestimmte ihn, über den Nachthimmel zu herrschen, so wie Amaterasu den Tag erhielt. Damit endet im Großen und Ganzen der inhaltliche Teil seiner Biografie in den meisten Nacherzählungen.

  • Einflussbereich: Mond, Nacht, Zeitmessung nach dem Mondkalender.
  • Symbol: Tsukuyomi hat kein eigenes Attribut – weder einen Spiegel wie seine Schwester noch ein Schwert wie sein Bruder.
  • Verwandtschaft: Sohn von Izanagi, der mittlere der drei Hauptkinder.
  • Besonderheit: der unscheinbarste Gott der Triade – er wird fast ausschließlich im Zusammenhang mit seiner Geburt erwähnt.

Warum die beiden Chroniken gerade hier auseinandergehen

Der Unterschied zwischen den Quellen ist hier besonders aufschlussreich: Das „Kojiki“ (712 n. Chr.) erwähnt Tsukuyomi nur bei der Geburt und vergisst ihn danach fast. Die Geschichte mit der Tötung der Essensgöttin findet sich nur im „Nihon Shoki“ (720 n. Chr.) – und auch dort nicht in allen Fassungen des Mythos; in einigen Varianten spielt Susanoo selbst diese Rolle anstelle von Tsukuyomi.

Warum er die Essensgöttin tötete

Amaterasu schickte ihren jüngeren Bruder Tsukuyomi auf die Erde – um die Essensgöttin Ukemochi-no-kami zu besuchen und ihr ihre Ehrerbietung zu erweisen. Die Göttin beschloss, ein Festmahl zu veranstalten, und begann, die Speisen direkt aus ihrem eigenen Körper zu gewinnen: Reis aus dem Mund, Fisch aus dem Meer durch den After, Wild aus der Nase. Als Tsukuyomi dies sah, geriet er über diese „unreine“ Art, Essen zu servieren, in Wut und erschlug die Göttin auf der Stelle mit seinem Schwert. Als er zurückkehrte und berichtete, was geschehen war, geriet Amaterasu in solchen Schrecken und Zorn, dass sie erklärte, ihn nicht mehr sehen zu wollen – und von diesem Tag an versteckte sie sich vor ihrem Bruder und zeigte sich am Himmel nur, wenn er nicht dort war. So – nach dieser Version des Mythos – trennten sich Tag und Nacht für immer in verschiedene Tageszeiten.

Woher das Bild des unheimlichen Gottes der Nacht stammt

In der Populärkultur tritt Tsukuyomi fast immer als geheimnisvolle, unheimliche Gottheit der Nacht auf – und das ist eher eine Hinzudichtung als eine direkte Befolgung der Quelle: Die Chronik beschreibt seine Tat als Unbeherrschtheit und Grausamkeit, nicht als dunkle Natur. Er ist kein Bösewicht, sondern einfach eine Figur, die in der Handlung kaum Sprechrollen bekommen hat.

月読 – „der die Monde zählt“

JapanischLesungÜbersetzung
月読Tsukuyomi · TsukuyomiName des Gottes: „der die Monde zählt“
tsuki · tsukiMond, Monat
読むyomu · yomuLesen, zählen
yoru · yoruNacht
太陰暦taiinreki · taiinrekiMondkalender

Tsukuyomi, Tsukiyomi und andere Varianten

月読 wird つくよみ (Tsukuyomi) gelesen: 月 „Mond“ plus 読む „zählen, rechnen“ – also wörtlich „der die Mondphasen zählt“, ein Hinweis auf die Rolle des Mondes im alten Kalender. Im „Nihon Shoki“ finden sich die Schreibvarianten 月夜見 und 月弓, bei denen die zweiten Schriftzeichen die Bedeutung von „Zählen“ zu „Betrachtung der Nacht“ oder „Bogen“ verschieben, aber die Lesung bleibt dieselbe.

— значение: Monat, Mond — онъёми: ゲツ、ガツ — кунъёми: つき — 4 штрих(ов). 月 – „Mond, Monat“: ein Piktogramm des Halbmonds. Dasselbe Zeichen in 月曜日 (Montag) und Dutzenden von Wörtern über die Zeit.

Schreiben Sie 月 entlang der Führungslinien – eines der ersten Kanji der Stufe N5.

Tsukuyomi in „Naruto“ und Persona 3

  • „Naruto“ – „Tsukuyomi“ ist hier der Name von Itachis Illusionstechnik, die das Opfer in einen Albtraum versetzt, in dem die Zeit anders vergeht: eine deutliche Anspielung auf den Gott der Nacht, nicht auf seinen Mythos.
  • Persona 3 – Tsukuyomi erscheint als eine der Schlüssel-Personas des Protagonisten.
  • Fate/Grand Order – erscheint unter den Schutzgeistern im japanischen Handlungsbogen.
  • Viele Rollenspiele und Mobile-Gacha-Spiele verwenden seinen Namen für „Mond-“ oder „Schatten“-Einheiten.

Warum die Leere im Mythos für Autoren praktisch ist

Die Dürftigkeit der Mythen über Tsukuyomi spielt ihm paradoxerweise in die Hände: Da die Chronik kein klares Bild hinterlassen hat, können Autoren sich jedes erdenkliche ausdenken – geheimnisvoll, unheimlich, melancholisch. Die Leerstelle in der Quelle wird zu kreativer Freiheit.

Wo der Mondgott verehrt wird

  • Tsukiyomi-jinja in Ise – eine Zweigstelle des Ise-Jingū-Komplexes, die ihm persönlich gewidmet ist und in der Nähe des Amaterasu-Schreins steht.
  • Matsunoo Taisha in Kyoto – verehrt unter anderem Tsukuyomi als eine der Gottheiten des Schreins.
  • Das Mondbetrachtungsfest Tsukimi (月見) im September – ist formal nicht direkt dem Gott gewidmet, sondern dem Mond selbst als Phänomen.
  • Kleine ländliche Schreine mit dem Präfix „Tsukiyomi“ sind über das ganze Land verstreut, haben aber meist keine große kultische Bedeutung.

Häufige Fragen

Wer ist Tsukuyomi im Shintoismus?
Der Gott des Mondes und der Nacht, der mittlere der drei Kinder von Izanagi, geboren aus seinem rechten Auge. Anders als seine Schwester Amaterasu und sein Bruder Susanoo sind von ihm nur äußerst wenige eigenständige Mythen überliefert.
Wofür ist Tsukuyomi zuständig?
Für den Mond, die Nacht und die Zeitmessung nach den Mondphasen – der Name selbst bedeutet übersetzt „der die Monde zählt“. Nach einem Mythos sorgte sein Jähzorn dafür, dass Sonne und Mond nicht mehr gemeinsam am Himmel erscheinen.
Was bedeuten die Schriftzeichen 月読?
月読 (つくよみ): 月 „Mond“ plus 読む „zählen“. Im „Nihon Shoki“ finden sich die Schreibvarianten 月夜見 und 月弓 mit derselben Lesung, aber einer anderen Bedeutungsnuance.
Wo wird der Name Tsukuyomi in Anime und Spielen verwendet?
Am häufigsten als Name einer Fähigkeit – zum Beispiel Itachis hypnotische Technik in „Naruto“. Als Figur unter eigenem Namen erscheint der Gott in Spielen wie Persona 3 und Fate/Grand Order.
Wo wird Tsukuyomi in Japan verehrt?
Ein eigener Schrein, Tsukiyomi-jinja, steht in der Nähe des Hauptkomplexes Ise Jingū. Außerdem wird er in Matsunoo Taisha in Kyoto und in verstreuten ländlichen Tempeln im ganzen Land verehrt.
Ist Tsukuyomi ein Gott oder ein Geist?
Ein Kami, einer der drei Hauptkinder von Izanagi, gleichrangig mit Amaterasu und Susanoo. Trotz der Dürftigkeit der Mythen steht er formal an der Spitze des Pantheons.

Quellen

Aktualisiert: 2026-08-29

Japanese Zen