Aoandon – wer ist das in der japanischen Mythologie

Aoandon (青行燈) ist ein Yōkai, der in der japanischen Mythologie freiwillig gerufen wird. Eine gehörnte, zahnbewehrte Frau in Weiß erscheint am Ende von Hyaku Monogatari: Die Erzähler zünden hundert blaue Papierlaternen an und löschen bei jeder Gruselgeschichte eine. Wer bis zur hundertsten durchhält und die letzte löscht – da ist sie. Der Name bedeutet wörtlich „blaue Laterne“: nach dem Licht, in dem man sie sieht.

Aoandon – wer ist das in der japanischen Mythologie

Aoandon ist der einzige Yōkai, dessen Erscheinen buchstäblich durch die Spielregeln programmiert ist: Zähle hundert Geschichten, lösche die letzte Laterne – und du bekommst, wofür du gekommen bist.

Wer ist Aoandon und was hat es mit den hundert Laternen auf sich?

Aoandon ist eine Frau-Yōkai mit Hörnern und Reißzähnen, in weißem Gewand und mit langen schwarzen Haaren. Sie erscheint im letzten Schein einer blauen Papierlaterne während des Spiels Hyaku Monogatari Kaidankai – „Treffen der hundert Geschichten über das Übernatürliche“. Die Regeln: Die Teilnehmer zünden hundert blaue Laternen an und erzählen zu jeder eine unheimliche Geschichte, wobei sie die Laterne nach der Geschichte löschen. Der Raum wird allmählich dunkler, und bei der hundertsten Laterne, so die Legende, steht Aoandon selbst in der Tür.

  • Erscheinungsbedingung: Genau hundert Geschichten erzählen und die letzte Laterne löschen.
  • Aussehen: Hörner, scharfe Reißzähne, langes schwarzes Haar, weißes Gewand.
  • Beleuchtung: Das bläuliche Halbdunkel der letzten ungelöschten Andon-Laterne.
  • Herkunft: Kein alter Mythos, sondern Folklore des Kaidan-Spiels aus der Edo-Zeit.

Hyaku Monogatari: Das Gesellschaftsspiel, das sie hervorbrachte

Hyaku Monogatari Kaidankai ist eine reale Gesellschaftstradition der Edo-Zeit, dokumentiert in Gruselgeschichtensammlungen jener Zeit. Aus diesen Sammlungen, nicht aus dem „Kojiki“ oder „Nihon Shoki“, stammt das Bild von Aoandon – sie gehört zur städtischen Folklore, nicht zur staatlichen Mythologie.

青行燈 – einfach „blaue Laterne“

JapanischLesungÜbersetzung
青行燈Aoandon · Aoandon„Blaue Laterne“ – Name des Yōkai
百物語hyaku monogatari · hyaku monogatari„Hundert Geschichten“ – Name des Spiels
行燈andon · andonPapierlaterne auf einem Ständer
怪談kaidan · kaidanGruselgeschichte
ao · aoBlau

Warum der Name nicht sie, sondern das Licht beschreibt

青行燈 wird あおあんどん gelesen: 青 „blau“, 行燈 „Papierlaterne auf einem Ständer“ – also einfach „blaue Laterne“. Der Name beschreibt nicht das Aussehen des Yōkai selbst, sondern die Bedingungen, unter denen man sie sieht: das bläuliche Licht des traditionellen Andon-Papiers in einem fast dunklen Raum.

— значение: lamp, light, counter for lights — онъёми: トウ — кунъёми: ひ、ほ-、ともしび、とも.す — 16 штрих(ов). 燈 – „Laterne, Leuchte“: links das Feuer 火, rechts ein phonetisches Element. Derselbe Stamm in 電燈 (elektrische Lampe).

Schreiben Sie 燈 entlang der Führungslinien und lernen Sie die Strichreihenfolge.

Aoandon in Anime und Yōkai-Katalogen

  • „Natsumes Buch der Freunde“ und ähnliche Yōkai-Kataloge erwähnen Hyaku Monogatari gelegentlich als Format, in dem Geschichten über kleine Geister erzählt werden.
  • Horror-Spiele über das „Hundert-Laternen-Spiel“ übernehmen in verschiedenen Sprachen die Struktur genau aus Hyaku Monogatari Kaidankai, auch ohne Aoandon beim Namen zu nennen.
  • Japanische Sommer-Specials über Horror im Fernsehen inszenieren regelmäßig das Spiel selbst als Format, aus dem die Legende entstand.

Häufige Fragen

Ist Aoandon eine Gottheit?
Keine Shintō-Gottheit, sondern ein Yōkai der städtischen Folklore: eine gehörnte, zahnbewehrte Frau, die der Überlieferung nach bei der hundertsten Laterne des Spiels Hyaku Monogatari Kaidankai erscheint.
Wie gefährlich ist Aoandon?
Eine direkte Beschreibung von Schaden durch sie gibt es in den Quellen kaum – die Tradition selbst zielt eher auf den Effekt des Erscheinens als auf konkrete Folgen. Viele Erzähler brachen das Spiel einfach ab, bevor sie die hundertste Geschichte erreichten, um es nicht zu testen.
Was bedeuten die Zeichen 青行燈?
青行燈 (あおあんどん): 青 „blau“ plus 行燈 „Papierlaterne“. Der Name beschreibt nicht das Aussehen, sondern die Bedingungen des Erscheinens – das blaue Licht der letzten ungelöschten Laterne.
Ist Aoandon in Anime aufgetaucht?
Direkte Verfilmungen gibt es wenige, aber das Format des Spiels Hyaku Monogatari, aus dem sie stammt, taucht regelmäßig in Yōkai-Serien und Horror-Specials als Anlass für Gruselgeschichten auf.
Gibt es das Spiel Hyaku Monogatari heute noch?
Als Gesellschaftsvergnügen – selten in seiner ursprünglichen Form, aber die Idee, „hundert Geschichten im Dunkeln zu erzählen“, lebt in modernen Horror-Quizzen und Streaming-Horrorformaten weiter.
Ist Aoandon ein Geist eines Verstorbenen?
Ein Yōkai – ein übernatürliches Wesen der städtischen Folklore, keine Gottheit und kein körperloser Geist eines bestimmten Verstorbenen. Sie gehört zur gleichen Schicht wie die meisten Yōkai der Edo-Zeit.

Quellen

Aktualisiert: 2026-08-29

Japanese Zen