Kuchisake-onna: Wie der Name geschrieben wird und warum man ihn außerhalb Japans kennt
Kuchisake-onna (口裂け女) — „Frau mit aufgeschlitztem Mund“: Die drei Schriftzeichen bedeuten wörtlich „Mund“, „reißen“ und „Frau“, und die Legende selbst aus dem Jahr 1979 wird auf der Nachbarseite ausführlich behandelt. Der Name hat sein eigenes Stadtgerücht überlebt: 2007 wurde darüber der Film „Kuchisake-onna“ gedreht, und in den 2000er-Jahren verbreitete sich dieselbe Geschichte unter eigenen Namen in Korea und China.

Vom Hören sind es nur vier Silben, auf dem Papier aber drei Kanji mit einer direkten, fast chirurgischen Bedeutung. Die Handlung der Legende selbst — die Panik von 1979, die Frage nach der Schönheit, die Schere — wird auf der Nachbarseite ausführlich behandelt.
口裂け女 in Einzelteilen: Mund, Riss, Frau
Der Name setzt sich aus drei Schriftzeichen ohne jede Poesie zusammen: 口 „Mund“, 裂け — die Form des Verbs 裂ける „reißen, zerreißen“, 女 „Frau“. Gelesen wird der Name くちさけおんな (kuchisake-onna), und dies ist ein seltener Fall, in dem der Name eines Yokai fast wörtlich ins Deutsche übersetzt werden kann — „Frau mit aufgeschlitztem Mund“ ist keine ungefähre Umschreibung, sondern eine direkte Übersetzung.
| Japanisch | Lesung | Übersetzung |
|---|---|---|
| 口 | kuchi · kuchi | Mund |
| 裂ける | sakeru · sakeru | Reißen, zerreißen |
| 女 | onna · onna | Frau |
| 口裂け女 | kuchisake-onna · kuchisake-onna | Frau mit aufgeschlitztem Mund — der vollständige Name |
| 傷 | kizu · kizu | Wunde, Narbe |
Warum im Namen gerade 女 steht und nicht ein höflicheres Wort
女 ist das einfachste und häufigste Schriftzeichen mit der Bedeutung „Frau“, ohne jede Wertung oder Höflichkeit. In den Namen weiblicher Yokai kommt es ständig vor: Yuki-onna, Yamauba und andere sind nach demselben Muster gebildet. Das ist eher ein grammatisches Detail der Konstruktion als Teil des Bildes selbst.
口 — значение: Mund, Mundöffnung, Öffnung — онъёми: コウ、ク — кунъёми: くち — 3 штрих(ов). 口 — „Mund“: eines der ersten Schriftzeichen, die man im Japanischen lernt, und zugleich die erste Silbe in der gesamten Konstruktion 口裂け女. Dieselbe Wurzel steckt in 人口 „Bevölkerung“ (wörtlich „Münder der Menschen“) und 入口 „Eingang“.
Schreibe 口 entlang der Hilfslinien und erarbeite die Strichreihenfolge.
Worum es in der Legende geht, kurz gesagt
Die Legende hinter dem Namen ist ein Stadtgerücht aus dem Frühjahr 1979: Eine Frau mit einem medizinischen Mundschutz hält ein Kind mit der Frage „Bin ich schön?“ an und nimmt nach der Antwort die Maske ab, um ihren aufgeschlitzten Mund zu zeigen. Innerhalb weniger Monate erreichte das Gerücht von der Präfektur Gifu aus Schulen in ganz Japan und verstummte im Sommer von selbst. Eine vollständige Aufarbeitung — mit Daten der Veröffentlichungen, der Panik in den Schulen und den „Rettungsmöglichkeiten“ — findet sich auf der separaten Seite über die Frau mit aufgeschlitztem Mund.
Der Film von 2007 und die Versionen des Gerüchts in den Nachbarländern
Im Jahr 2007 drehte Regisseur Kōji Shiraishi den Horrorfilm „Kuchisake-onna“ (im englischsprachigen Verleih „Carved: The Slit-Mouthed Woman“) — keine Nacherzählung des Gerüchts, sondern eine eigenständige Handlung über ihre Rückkehr Jahrzehnte später. Schon früher hatte die Geschichte selbst die Grenzen Japans überschritten.
- Der Film von 2007: Regisseur Kōji Shiraishi, eine Neudeutung der Legende als eigenständige Horrorhandlung.
- Korea, 2004: dieselbe Geschichte unter dem Namen „Frau mit roter Maske“ — mit einer eigenen Version, in der die Verletzung mit einer misslungenen Schönheitsoperation erklärt wurde.
- Das chinesischsprachige Internet, 2000er-Jahre: Die Legende verbreitete sich in Foren, allerdings ohne eine so markante lokale Version wie in Korea.
Warum die Geschichte so leicht ins Ausland übersiedelte
Die Handlung ist wie ein minimalistisches Spiel mit einer klaren Regel aufgebaut — Frage, Antwort, Konsequenz —, und eine solche Struktur lässt sich in jeder Sprache ohne Verluste nacherzählen. Genau deshalb fand die Legende in den Nachbarländern eigene, nicht übersetzte Versionen, und nicht bloß eine Nacherzählung der japanischen.
Kuchisake-onna in Anime und anderen Geschichten über Yokai
- „Hell Teacher Nūbē“ — in einer Episode ist das Bild als drei schöne Schwestern neu gedeutet, nicht als eine einzige Frau.
- In Sammlungen von Geschichten über Yokai und in Horror-Spielen ist Kuchisake-onna eine wiedererkennbare Archetyp-Figur: Maske plus Frage ohne Vorwarnung.
Was die Figur ohne ein einziges Wort wiedererkennbar macht
Es genügen zwei Details — der medizinische Mundschutz und die Frage ohne Kontext —, damit der Zuschauer die Anspielung auf Kuchisake-onna erkennt, selbst wenn die Macher sie nicht beim Namen nennen. Diese Sparsamkeit hält die Figur auch mehr als vierzig Jahre nach dem ersten Gerücht lebendig.
Häufige Fragen
- Wie wird der Name Kuchisake-onna übersetzt und geschrieben?
- 口裂け女 — wörtlich „Mund“ (口) + „reißen“ (裂ける) + „Frau“ (女), gelesen くちさけおんな (kuchisake-onna). Das deutsche „Frau mit aufgeschlitztem Mund“ ist eine direkte Übersetzung, keine Umschreibung.
- Sind Kuchisake-onna und „Frau mit aufgeschlitztem Mund“ dasselbe?
- Ja, es ist dieselbe Figur unter zwei Namen: „Frau mit aufgeschlitztem Mund“ ist die Übersetzung der Bedeutung, „Kuchisake-onna“ der japanische Name in Umschrift. Eine ausführliche Aufarbeitung der Geschichte von 1979 findet sich auf der Nachbarseite.
- Welcher Film wurde über Kuchisake-onna gedreht?
- Im Jahr 2007 drehte Regisseur Kōji Shiraishi den Horrorfilm „Kuchisake-onna“ — eine eigenständige Handlung über ihre Rückkehr, keine Verfilmung des Gerüchts als solcher.
- Wie hat sich diese Geschichte in Korea und China eingebürgert?
- In den 2000er-Jahren erreichte die Geschichte, bereits über das Internet, Korea, wo sie den eigenen Namen „Frau mit roter Maske“ und eine Version mit einer misslungenen Schönheitsoperation erhielt, sowie das chinesischsprachige Internet — dort ohne eine so markante lokale Version.
- In welchen Anime kommt Kuchisake-onna vor?
- Zum Beispiel in „Hell Teacher Nūbē“, wo die Figur als drei schöne Schwestern neu gedeutet wird. Insgesamt ist Kuchisake-onna ein wiedererkennbarer Archetyp des japanischen Horrors: die Maske und die plötzliche Frage.
- Worum geht es in der Legende selbst, kurz gesagt?
- Eine Frau mit medizinischem Mundschutz fragte im Frühjahr 1979 japanische Schulkinder „Bin ich schön?“ und nahm nach der Antwort die Maske ab. Die vollständige Geschichte der Panik steht auf der Seite über die Frau mit aufgeschlitztem Mund.
Quellen
Aktualisiert: 2026-09-09