Japanisches Geld: Nennwerte, Münzen und das Zählen in Zehntausenderschritten
Japanisches Geld besteht aus sechs Münzen und vier Banknoten sowie einer besonderen Zählweise: Das Japanische teilt Zahlen in Vierergruppen ein, nicht in Dreiergruppen, deshalb ist „zehntausend“ ein eigenes Wort, 万. Aus dieser Regel entsteht die ganze Verwirrung bei Preisen. Und aus der Beschaffenheit der Münzen: Löcher in zwei Nennwerten und eine 1-Yen-Münze, die dank Oberflächenspannung auf dem Wasser bleibt und nicht, weil sie leichter wäre.
Wir schauen uns an, woraus japanisches Geld besteht: sechs Münzen, vier Banknoten und eine neue Serie mit Hologramm, die 2024 herausgegeben wurde. Wir erklären, warum zwei Münzen ein Loch haben, woher die Einheit 万 – „zehntausend“ – kommt und wie dadurch alle großen Beträge anders klingen. Und wir erklären, warum Bargeld in Japan hartnäckiger Bestand hat, als man von einem Hochtechnologieland erwarten würde, und was man auf ein Tablett legt, statt das Wechselgeld in die Hand zu geben.
Sechs Münzen und vier Banknoten
In Japan sind derzeit sechs Münzen und vier Banknoten im Umlauf. Die Münzen sind 1, 5, 10, 50, 100 und 500 Yen, die Banknoten 1000, 2000, 5000 und 10 000 Yen. Die 2000-Yen-Banknote existiert formal, ist aber selten: Die Auflage war begrenzt, und sie wird kaum nachgedruckt. Im Juli 2024 hat die Bank of Japan zum ersten Mal seit zwanzig Jahren das Design der drei großen Banknoten – 10 000, 5000 und 1000 Yen – erneuert: Die Porträts wurden ausgetauscht. Das dreidimensionale Hologramm, das sich beim Drehen der Banknote bewegt, war dabei die weltweit erste solche Sicherheitstechnologie auf Papiergeld.
Die 5-Yen-Münze und das Wort 御縁
| Nennwert | Metall | Besonderheit |
|---|---|---|
| 1 Yen | Aluminium | Schwimmt dank Oberflächenspannung auf dem Wasser, obwohl das Metall selbst schwerer als Wasser ist |
| 5 Yen | Messing | Mit einem Loch in der Mitte; der Name klingt der Redewendung nach wie das Wort für „Verbindung, Schicksal“ |
| 10 Yen | Bronze | Die einzige Bronzemünze – daher ihre Farbe |
| 50 Yen | Neusilber | Ebenfalls mit Loch – um sie tastend von der 10-Yen-Münze zu unterscheiden |
| 100 Yen | Neusilber | Die Standardmünze mittleren Nennwerts |
| 500 Yen | Zweifarbige Legierung | Seit 2021 mit Messingring und weißem Kern, am Rand schräge Riffelungen |
Zählen in Vierergruppen
Die größte Schwierigkeit ist nicht der Wechselkurs, sondern das Zählen selbst. Das Deutsche teilt Zahlen in Dreiergruppen ein: tausend, dann „zehntausend“, „hunderttausend“. Das Japanische teilt sie in Vierergruppen ein: Nach tausend (千) folgt sofort ein eigenes Wort 万 (man) – „zehntausend“ –, und es verhält sich wie eine eigenständige Zähleinheit, nicht wie „zehn“ multipliziert mit „tausend“. Weiter wird 万 genauso multipliziert wie tausend im Deutschen: 二万 – „zwei man“, also zwanzigtausend. Die nächste Einheit, 億 (oku), ist bereits hundert Millionen, nicht eine Million, wie man analog erwarten könnte.
Wie man einen Betrag laut ausspricht
- 10 000 Yen – 一万円 (ichiman en), „ein man Yen“, nicht „zehntausend Yen“ nach Dreiergruppen.
- 35 000 Yen liest man als „drei man fünf tausend Yen“ (三万五千円): Die man-Einheit und die Tausender-Einheit werden getrennt genannt, so wie im Deutschen „fünfunddreißigtausend“ die Zehner und Einer der Tausender nennt.
- 250 000 Yen sind „fünfundzwanzig man“ (二十五万円): Die Vierergruppe verschiebt das Zählen so, dass die gewohnten deutschen „hundert“ und „zweihundert“ in diese Lesung nicht mehr passen.
- Die Verschiebung um eine Stelle ist eine ständige Fehlerquelle für alle, die japanische Preise im Kopf über die gewohnten Tausender umrechnen: Man muss getrennt in man rechnen.
Warum Bargeld sich noch hält
Bargeld hält sich in Japan viel hartnäckiger, als man von einem der technologisch fortschrittlichsten Länder der Welt erwarten würde. Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie lag der Anteil bargeldloser Zahlungen 2023 bei 39,3 % – das heißt, mehr als die Hälfte des Umsatzes läuft noch über Banknoten und Münzen. Das hat eine Alltagsseite: Geldautomaten stehen nicht nur in Banken, sondern auch in den rund um die Uhr geöffneten Nachbarschaftsläden. Und Trinkgeld gibt es in Japan überhaupt nicht – bezahlt wird immer genau der auf dem Kassenzettel angegebene Betrag, ohne Aufschlag.
Ein Tablett statt der Hand
- An der Kasse legt man Geld meist nicht in die Hand, sondern auf ein Tablett – カルトン (karuton, von französisch carton) oder einfach „Geldtablett“; die Kassiererin nimmt die Banknote oder Münze vom Tablett und legt das Wechselgeld dorthin zurück.
- Das Wort カルトン kam in der frühen Showa-Zeit ins Japanische und wird seitdem neben der beschreibenderen Bezeichnung 金銭トレー verwendet.
- Die Gewohnheit, Geld nicht von Hand zu Hand zu geben, ist älter als Kassen mit Tabletts und begegnet einem nicht nur in Geschäften, sondern auch in manchen Behörden bei der Übergabe von Dokumenten.
円: Warum das Geld „Kreis“ heißt
円 — значение: Kreis, rund, Yen — онъёми: エン — кунъёми: まる.い、まる、まど、まど.か、まろ.やか — 4 штрих(ов). 円 bedeutet „Kreis, rund“: In der heutigen Sprache ist dasselbe Zeichen zum Namen der Währung geworden – „Yen“ heißt auf Japanisch 円.
Von der Form der Münze zum Namen der Währung
お金 (okane) ist das allgemeinste Wort für „Geld“, und das Zeichen 円 sah in der alten Schreibweise anders aus – 圓 – und bezeichnete vor allem die Form: „Kreis, rund“. Münzen waren rund, lange bevor 円 1871 zum Namen der Währung wurde, als die Meiji-Regierung eine neue Währungseinheit anstelle der früheren Münzen und Barren unterschiedlicher Form einführte – und sie eben nach der Form benannte. Dieselbe Reform führte auch eine kleinere Einheit ein – 銭 (sen), den hundertsten Teil eines Yen: Sie wurde 1953 aus dem Umlauf genommen, aber der Name blieb in Wechselkursen und im Reden über Prozente erhalten.
| Japanisch | Lesung | Übersetzung |
|---|---|---|
| お金 | okane · okane | Geld – das allgemeinste Wort |
| 円 | en · en | Yen – Währungseinheit und „Kreis“ |
| 一万円 | ichiman en · ichiman en | Zehntausend Yen in einem Wort |
| 銭 | sen · sen | Hundertstel eines Yen, 1953 aus dem Umlauf genommen |
| お釣り | otsuri · otsuri | Wechselgeld |
| カルトン | karuton · karuton | Geldtablett an der Kasse |
Schreibe 円 entlang der Hilfslinien – das Zeichen „Kreis“, das zum Namen der japanischen Währung wurde.
Häufige Fragen
- Welche Münzen und Banknoten gibt es in Japan?
- Sechs Münzen – 1, 5, 10, 50, 100 und 500 Yen – und vier Banknoten: 1000, 2000, 5000 und 10 000 Yen. Die 2000-Yen-Banknote ist formal im Umlauf, aber selten: Die Auflage war begrenzt. Im Juli 2024 hat die Bank of Japan das Design der drei großen Banknoten erneuert – zum ersten Mal seit zwanzig Jahren.
- Warum haben japanische Münzen Löcher?
- Ein Loch haben die Münzen zu 5 und 50 Yen. Bei der 5-Yen-Münze entstand das Loch bei der Neuprägung 1949 und spart etwa sechs Prozent Metall pro Münze; außerdem lassen sich die beiden Münzen mit Loch tastend leichter vom übrigen Kleingeld unterscheiden.
- Welches japanische Wort bedeutet „Geld“?
- Das allgemeinste Wort ist お金 (okane). Der Name der Währung, 円 (en, „Yen“), bedeutete ursprünglich einfach „Kreis“ – nach der Form der Münze, nicht nach den Eigenschaften des Geldes. Die historische kleine Einheit 銭 (sen) – der hundertste Teil eines Yen – wurde 1953 aus dem Umlauf genommen, blieb aber in Wechselkursen erhalten.
- Warum zählen Japaner in Zehntausenderschritten?
- Weil das japanische Zählsystem Zahlen in Vierergruppen einteilt, nicht in Dreiergruppen wie im Deutschen: Nach tausend folgt sofort ein eigenes Wort 万 (man) – „zehntausend“ –, und weiter zählt man in man. Deshalb klingen 35 000 Yen auf Japanisch wie „drei man fünf tausend“, nicht wie „fünfunddreißigtausend“ als eine Zahl.
- Warum wird in Japan noch so viel bar bezahlt?
- Der Anteil bargeldloser Zahlungen wächst, aber langsam: 2023 erreichte er nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie 39,3 % – das heißt, mehr als die Hälfte der Zahlungen läuft noch über Bargeld. Geldautomaten stehen dabei nicht nur in Banken, sondern auch in den rund um die Uhr geöffneten Nachbarschaftsläden.
- Gibt man in Japan Trinkgeld?
- Nein, Trinkgeld gibt es in Japan nicht als Praxis: Der Betrag auf dem Kassenzettel ist endgültig, und etwas draufzulegen ist nicht üblich. An der Kasse läuft die Bezahlung oft über ein Tablett – カルトン (karuton) –, auf das man Banknoten und Münzen legt, statt sie von Hand zu Hand zu geben.
Quellen
Aktualisiert: 2026-09-22