Koto — japanische Zither mit 13 Saiten: Wie man darauf spielt

Koto Instrument — japanische Saitenzither: dreizehn Seiden- oder Nylonsaiten, bewegliche Stege ji, die die Tonhöhe jeder Note bestimmen, und Plektren tsume an den Fingern der rechten Hand. Der Korpus wird traditionell aus Paulownienholz geschnitzt. Es gibt auch eine größere, siebzehn-saitige Version — sie wurde im 20. Jahrhundert von Miyagi Michio geschaffen, dem Autor der berühmten Melodie „Haru no Umi“ („Frühlingsmeer“).

Koto — japanische Zither mit 13 Saiten: Wie man darauf spielt

Beim Koto gab es anderthalb Jahrtausende Zeit, sich mit Verwirrung zu umgeben: Das Instrument wird mal 箏, mal 琴 genannt, obwohl es zwei verschiedene Zeichen sind. Und die Zither selbst wird immer wieder mal mit der chinesischen Guzheng, mal mit der finnischen Kantele verglichen. Klären wir, woher das Koto stammt, wie man darauf spielt und warum kein japanisches Neujahr ohne es auskommt.

Dreizehn Saiten, Stege ji und ein Klang aus der Nara-Zeit

Das Koto kam in der Nara-Zeit, im 8. Jahrhundert, aus China nach Japan, als eines der Instrumente des Hoforchesters gagaku, und in den ersten Jahrhunderten erklang es ausschließlich dort. Der etwa 1,8 Meter lange Korpus wird aus dem Holz der Paulownie kiri (桐) geschnitzt — leicht und weich, mit gutem Resonanzvermögen; dreizehn Saiten sind über die gesamte Länge des Korpus gespannt.

Die Tonhöhe jeder Saite wird nicht mit einem Wirbel wie bei der Gitarre gestimmt, sondern mit einem beweglichen Steg ji (柱), den man vor dem Spielen entlang des Korpus verschiebt. Gespielt wird mit Plektrum-Aufsätzen tsume (爪) auf Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand — die linke Hand drückt währenddessen auf die Saiten hinter den Stegen und verändert so leicht die Tonhöhe.

Warum man mit dem Koto Neujahr begrüßt

Im Jahr 1929 schrieb der Komponist und Musiker Miyagi Michio das Duo für Koto und Shakuhachi „Haru no Umi“ (春の海). Seitdem wird diese Melodie jedes Jahr im japanischen Fernsehen und in Einkaufszentren zu Neujahr gespielt, und für viele Japaner ist sie zum Symbol des Festes geworden, ähnlich wie das Glockengeläut. Miyagi selbst schuf später auch eine siebzehn-saitige Version des Koto für einen tieferen, orchestralen Klang.

Bereits im 17. Jahrhundert stimmte der blinde Musiker Yatsuhashi Kengyō das Koto auf eine neue Weise um, die damals in der städtischen Musik in Mode kam. Er schrieb auch das Stück „Rokudan“ (六段) — heute wohl die bekannteste eigenständige Komposition für dieses Instrument.

箏 oder 琴: Verwirrung über tausend Jahre

Beim Wort „Koto“ herrscht Verwirrung um zwei verschiedene Zeichen. 箏 (sō, in der Alltagslesung — koto) — ein Instrument mit beweglichen Stegen und meist dreizehn Saiten. 琴 (kin, manchmal auch koto gelesen) — ein altes chinesisches siebensaitiges Instrument ohne Stege, bei dem die Tonhöhe durch Drücken der Saite mit dem Finger direkt auf den Korpus verändert wird. Das sind zwei verschiedene Instrumente, keine Varianten ein und desselben.

琴 — значение: Zither, Koto, Saiteninstrument — онъёми: キン、ゴン — кунъёми: こと — 12 штрих(ов). 琴 — „Zither, Koto“: in 木琴 (mokkin) bezeichnet dasselbe Zeichen kein Saiten-, sondern ein Schlaginstrument — das Xylophon, wörtlich „hölzerne Koto“. In der modernen Schrift ersetzt 琴 überall das genauere, aber kompliziertere Zeichen 箏 — so häufig, dass sie für die meisten Leser dasselbe bedeuten.

Welches der beiden Zeichen ist richtig

Formal korrekt für das Instrument mit Stegen ist das Zeichen 箏, und Wörterbücher unterscheiden 箏 und 琴 als zwei verschiedene Wörter. Doch in alltäglichen Texten, auf Schildern und sogar in den Namen von Koto-Kursen schreibt man fast immer das einfachere 琴 — das hat sich historisch so entwickelt, und nicht, weil jemand einmal einen Fehler gemacht hätte.

JapanischLesungÜbersetzung
箏koto · kotoKoto (strenge Schreibweise)
琴koto · kotoKoto (häufige Schreibweise)
柱ji · jiBeweglicher Steg unter der Saite
爪tsume · tsumePlektrum-Aufsatz für den Finger
春の海Haru no Umi · Haru no Umi„Haru no Umi“ („Frühlingsmeer“), Neujahrsmelodie
十七絃jūshichigen · jūshichigenSiebzehn-saitiges Koto

Schreiben Sie 琴 entlang der Führungslinien — das im Alltag häufigste Zeichen für Koto, obwohl die strenge Variante für dieses Instrument 箏 ist.

Koto heute: Ryū-Schulen, Hochzeiten und Neujahr

Heute wird Koto in privaten Ryū-Schulen unterrichtet — zum Beispiel gehen die größten Traditionen Ikuta-ryū und Yamada-ryū auf das 17.–18. Jahrhundert zurück — sowie im Musikunterricht an manchen Schulen. Koto erklingt bei Hochzeitszeremonien, in modernen Ensembles, wo es mit E-Gitarre oder Orchester kombiniert wird, und in der Vertonung von Filmen und Spielen mit historischem Ambiente.

Koto und Gusli: Sind sie ähnlich?

Koto und die finnische Kantele haben eine äußere Ähnlichkeit: Beide Zithern liegen horizontal, beide haben viele Saiten entlang des Korpus. Doch das ist eine Ähnlichkeit des Instrumententyps, keine Verwandtschaft — gezupfte Zithern mit ähnlicher Konstruktion entstanden unabhängig voneinander in verschiedenen Teilen der Welt, von China bis Skandinavien. Eine direkte historische Verbindung zwischen Koto und Kantele gibt es nicht.

Häufige Fragen

Was ist das Koto für ein Instrument?
Koto ist eine japanische Saitenzither mit langem Korpus aus Paulownienholz: Der Klang wird erzeugt, indem man die Saiten mit Plektren tsume an den Fingern der rechten Hand anzupft, und die Tonhöhe jeder Note bestimmt ein beweglicher Steg ji. Das Instrument kam in der Nara-Zeit, im 8. Jahrhundert, aus China.
Wie viele Saiten hat ein Koto?
Das klassische Koto hat dreizehn Saiten. Im 20. Jahrhundert schuf der Komponist Miyagi Michio auch eine größere, siebzehn-saitige Version — sie klingt tiefer und wird häufiger in der Ensemble- als in der Solokonzertmusik verwendet.
Wie schreibt man „Koto“ auf Japanisch?
Die strenge Schreibweise ist 箏, doch im Alltag schreibt man fast überall das einfachere Zeichen 琴 — formal bezeichnet es ein anderes Instrument ohne Stege, wird aber seit langem als Ersatz verwendet. Beide Varianten werden gleich gelesen — こと.
Welche Musik spielt man auf dem Koto?
Von der Hofmusik gagaku und alten Stücken wie „Rokudan“ von Yatsuhashi Kengyō bis zur Neujahrsmelodie „Haru no Umi“ von Miyagi Michio und modernen Bearbeitungen von Popmusik. Koto wird in privaten Ryū-Schulen unterrichtet, die bekanntesten sind Ikuta-ryū und Yamada-ryū.
Ähnelt das Koto der finnischen Kantele?
Äußerlich — ja: Beide Zithern liegen horizontal und klingen durch Zupfen der entlang des Korpus gespannten Saiten. Doch das ist eine Ähnlichkeit des Konstruktionstyps, keine Verwandtschaft: Ähnliche Instrumente entstanden unabhängig voneinander in verschiedenen Kulturen, von Japan bis Skandinavien.

Quellen

Aktualisiert: 2026-09-14

禅

Japanese Zen