Japanische Jungennamen und ihre Bedeutung: von Ichiro bis Haruto

Japanische Jungennamen und ihre Bedeutung setzen sich ebenso aus der Bedeutung der Schriftzeichen zusammen wie die Mädchennamen: Ichiro (一郎) — „erster Sohn“, Hiroshi (広) — „weit, ausgedehnt“, Makoto (誠) — „Aufrichtigkeit“. Viele Jungennamen enden auf -ro (郎) oder benennen Kinder nach der Geburtsreihenfolge. Heute sind kurze Namen in Mode: Haruto, Minato, Ren.

Japanische Jungennamen und ihre Bedeutung: von Ichiro bis Haruto

Ein Jungenname in Japan wird genauso aus bedeutungstragenden Bausteinen zusammengesetzt wie ein Mädchenname, nur mit einem anderen Zeichensatz und einer besonderen Leselogik — Nanori, die man nicht immer am Klang erkennt. Wir sehen uns eine Tabelle von den klassischen Ichiro und Taro bis zu den modernen Haruto und Minato an, aus welchen Schriftzeichen Jungennamen gebildet werden und was daran stimmt und was ein Märchen über „Naruto“ und „Vatersnamen“ ist.

Bedeutungen japanischer Jungennamen

Auch jeder Jungenname hat eine wörtliche Bedeutung — die, welche die gewählten Schriftzeichen tragen, nicht die, welche der Klang nahelegt. Takashi wird 隆 („Gedeihen, Aufstieg“) oder 貴 („kostbar, edel“) geschrieben — die Grundbedeutung ist ähnlich, die Zeichen sind verschieden. In der Tabelle unten steht die konkrete Schreibung für jeden Namen und die Bedeutung genau dieser Zeichen.

NameSchriftzeichenLesungBedeutung
Haruto陽翔はると„Sonne, Wärme“ + „schweben“
Ren蓮れん„Lotus“
Minato湊みなと„Hafen, Anlegestelle“
Sota颯太そうた„Windstoß“ + „groß, stark“
Hiroshi広ひろし„weit, ausgedehnt“
Takashi隆たかし„Gedeihen, Erhabenheit“
Kenji健二けんじ„Gesundheit, Stärke“ + „zweiter“
Ichiro一郎いちろう„erster“ + „Sohn“
Taro太郎たろう„groß, stark“ + „Sohn“
Jiro次郎じろう„nächster“ + „Sohn“
Saburo三郎さぶろう„drei“ + „Sohn“
Daiki大輝だいき„groß“ + „leuchten“
Yuto悠斗ゆうと„gemächlich, ewig“ + „Kelle, Sterne“
Kaito海斗かいと„Meer“ + „Kelle, Sterne“
Riku陸りく„Festland, Erde“
Sora空そら„Himmel“
Akira明あきら„klar, hell“
Kenta健太けんた„gesund, stark“ + „groß“
Sho翔しょう„schweben, fliegen“
Takumi匠たくみ„Meister, Handwerker“
Makoto誠まこと„Aufrichtigkeit, Wahrheit“
Isamu勇いさむ„Tapferkeit, Mut“
Hayato隼人はやと„Falke“ + „Mensch“
Yamato大和やまと„große Harmonie“ (und alter Name Japans)

Die Lesung eines Namens ergibt sich nicht immer aus den Zeichen (Nanori, 名乗り)

Viele Jungennamen werden anders gelesen als dieselben Zeichen in gewöhnlichen Wörtern — das ist Nanori (名乗り), besondere Namenslesungen. Das häufigste Beispiel ist Haruto (陽翔): 陽 wird in Wörtern „yo“ oder „hi“ gelesen, im Namen aber „haru“; 翔 wird in Wörtern „sho“ oder „kakeru“ gelesen, hier ergibt es „to“. Anhand der Schriftzeichen allein lässt sich diese Lesung nicht erraten, deshalb fragen Japaner auch nach, wie ein Name gelesen wird.

Aus welchen Zeichen Jungennamen gebildet werden

郎 — значение: Jüngling, Sohn, junger Mann — онъёми: ロウ、リョウ — кунъёми: おとこ — 9 штрих(ов). 郎 — „Jüngling, Sohn“: häufiges letztes Zeichen von Jungennamen, wie in 太郎 (Taro) oder 次郎 (Jiro).

JapanischLesungÜbersetzung
郎rō · rōEndung vieler Jungennamen: „Jüngling, Sohn“
太ta · ta„groß, stark“, wie im Namen Taro (太郎)
介suke · suke„Helfer, Vermittler“ — häufiges Element von Jungennamen
翔to · to„schweben, fliegen“ — das häufigste Schriftzeichen in Jungennamen fünf Jahre in Folge („Meiji Yasuda“, 2025)
大dai · dai„groß, gewaltig“, wie im Namen Daiki (大輝)

Namen nach Geburtsreihenfolge: Ichiro, Jiro, Saburo

Die klassische Art, Söhne zu benennen, ist die nach der Zahl: 一郎 (Ichiro) — „erster Sohn“, 次郎 (Jiro) — „zweiter Sohn“, 三郎 (Saburo) — „dritter Sohn“. Heute nennt man so seltener, aber die Bedeutung ist jedem Japaner klar: Das Zeichen 郎 wird „-ro“ gelesen und bedeutet „Sohn, Jüngling“.

Schreiben Sie 郎 entlang der Hilfslinien — das Zeichen, mit dem viele Jungennamen enden: Taro, Jiro, Saburo.

Wie heute ein Name für einen Jungen gewählt wird

Laut der jährlichen Umfrage der Versicherungsgesellschaft „Meiji Yasuda“ war unter den neugeborenen Jungen des Jahres 2025 die häufigste Schriftzeichen-Schreibung des Namens 湊 (Minato), und die häufigste Lesung war Haruto: Sie hält seit siebzehn Jahren in Folge den ersten Platz. Das Schriftzeichen 翔 („schweben“) bleibt das fünfte Jahr in Folge das meistverwendete Zeichen in Jungennamen.

  • Wie bei Mädchen erlaubt das Gesetz für den Namen eines Jungen nur Zeichen aus offiziellen Listen — etwa 3000 im Jahr 2025.
  • Die klassischen Ichiro und Taro schaffen es nicht in die Top 10 des Jahres 2025 — dort stehen kurze moderne Namen wie Minato, Haruto und Ren.
  • Tanjiro (炭治郎), der Held von „Demon Slayer“, ist ebenfalls ein Name auf -ro: 炭 „Kohle“ (die Familie Kamado lebte vom Holzkohleverkauf), 治 „heilen, regieren“, 郎 „Sohn“.

Worin sich der Name eines Anime-Helden von einem im Leben vergebenen Namen unterscheidet

Tanjiro klingt wie ein gewöhnlicher Jungenname alten Stils. Die Zeichen aber sind auf die Handlung abgestimmt: 炭 „Kohle“ spielt auf das Handwerk der Familie des Helden an. Auch Eltern wählen im Leben Zeichen mit Bedeutung, nur ist diese Bedeutung ein Wunsch für das Kind, kein Hinweis auf sein künftiges Handwerk.

Häufige Mythen über Jungennamen

  • „Naruto ist ein echter japanischer Name“ — nein: Naruto (鳴門) ist der Name einer Meerenge in der Präfektur Tokushima und eines Fischrollens Narutomaki, der zu Ehren der dortigen Strudel spiralförmig gerollt wird. Als Personenname kommt er kaum vor — das ist eine Assoziation aus dem Anime, keine japanische Tradition.
  • „Japaner haben einen Vatersnamen“ — nein: Der offizielle Name besteht aus Familienname und persönlichem Namen, die Kategorie „Vatersname“ gibt es in der japanischen Anthroponymie schlicht nicht.
  • „Die Endung -ko war immer rein weiblich“ — nicht ganz: In der Asuka-Zeit (6.–7. Jahrhundert) wurden auch Männer so genannt, zum Beispiel der Diplomat Ono no Imoko (小野妹子). Das Zeichen 子 war damals eine ehrenvolle Anrede für Gelehrte, wie im Namen des Konfuzius (孔子).
  • „Ichiro ist immer der älteste Sohn“ — nicht unbedingt: Der Baseballspieler Suzuki Ichiro (鈴木一朗) ist der zweite Sohn in der Familie. Das Zeichen 一 erhielt er zu Ehren seines Großvaters, und an zweiter Stelle steht nicht 郎, sondern 朗 „hell, klar“.

Häufige Fragen

Was bedeuten japanische Jungennamen?
Wie die Mädchennamen setzen sie sich aus der Bedeutung konkreter Schriftzeichen zusammen: Makoto (誠) bedeutet „Aufrichtigkeit“, Isamu (勇) — „Tapferkeit“. Viele Jungennamen enden auf -ro (郎, „Sohn“) oder benennen das Kind nach der Geburtsreihenfolge — Ichiro, Jiro, Saburo: „erster“, „zweiter“, „dritter“ Sohn.
Welcher Name war 2025 bei japanischen Jungen am beliebtesten?
Im Ranking von „Meiji Yasuda“ für 2025 steht nach der Schreibung 湊 (Minato) an erster Stelle, nach der Lesung führt Haruto: Diese Lesung ist seit siebzehn Jahren in Folge die erste. Das häufigste Schriftzeichen in Jungennamen bleibt das fünfte Jahr 翔 („schweben“).
Was bedeuten die Namen Ichiro, Jiro und Saburo?
Das sind Namen nach der Rangfolge: 一郎 — „erster Sohn“, 次郎 — „zweiter“, 三郎 — „dritter“. Das Zeichen 郎 wird „ro“ gelesen und bedeutet „Jüngling, Sohn“. Heute nennt man so selten, aber die Bedeutung versteht jeder Japaner.
Ist Naruto ein echter japanischer Name?
Nein. Naruto (鳴門) ist der Name einer Meerenge in der Präfektur Tokushima und eines Fischrollens Narutomaki, das spiralförmig zu Ehren der dortigen Strudel gemacht wird. Als persönlicher Jungenname kommt es kaum vor — das ist eine Assoziation aus dem Anime, keine japanische Tradition.
Stimmt es, dass die Endung -ko früher auch Männer trugen?
Ja. In der Asuka-Zeit gehörte das Zeichen 子 auch zu Männernamen — als ehrenvolle Bezeichnung eines Gelehrten, wie bei Konfuzius (孔子). Ein Beispiel ist der Diplomat Ono no Imoko (小野妹子). In der Heian-Zeit setzte sich die Endung für Namen adeliger Frauen fest, und zur massenhaftesten weiblichen Endung wurde sie erst im 20. Jahrhundert.
Wie heißt der Hauptheld von „Demon Slayer“ auf Japanisch?
Tanjiro Kamado, mit den Schriftzeichen 竈門炭治郎: 竈門 ist der Familienname Kamado („Herd“), 炭治郎 der Vorname. Hier verweist 炭 „Kohle“ auf das Familiengeschäft des Köhlers, 治 bedeutet „heilen, regieren“, und 郎 ist dieselbe Endung „-ro“ wie in den Namen Ichiro oder Taro.

Quellen

Aktualisiert: 2026-09-13

禅

Japanese Zen