Purikura: Die japanische Fotokabine, die Gesichter nachzeichnet

Purikura ist ein japanischer Fotoautomat, der das Gesicht aufnimmt, sofort bearbeitet und einen Bogen kleiner Aufkleber ausdruckt. Der Name ist eine Abkürzung von プリント倶楽部, „Print Club“: So hieß das erste solche Gerät, das Atlus im Juli 1995 auf den Markt brachte. Die Bearbeitung ist kein Nebeneffekt, sondern Teil der Leistung: Die Augen auf dem Foto werden vergrößert und die Haut wird schon vor dem Druck geglättet.

„Purikura“ klingt wie eine gewöhnliche Fotokabine, doch der Unterschied liegt genau in dem, was nach dem Auslösen geschieht: Der Automat verändert das Gesicht auf dem Bild selbst, statt es nur auszudrucken. Wir schauen uns an, wann dieses Format entstand, wer es erfunden hat und was der Automat heute kann – vom Zeichnen auf dem Foto bis zum Versenden des Bildes direkt aufs Handy.

Ein Automat, der nicht nur fotografiert, sondern das Gesicht bearbeitet

Purikura ist nicht einfach eine Fotokabine, sondern ein Automat, der das Gesicht aufnimmt, das Bild automatisch bearbeitet und einen Bogen kleiner Aufkleber ausdruckt. Die Bearbeitung ist hier Teil der Leistung selbst und kein Nebeneffekt des Programms: Schon vor dem Druck werden die Augen auf dem Bild größer und die Haut ebenmäßiger.

Woher das Wort stammt

プリクラ ist eine Abkürzung von プリント倶楽部, „Print Club“ (von englisch print club): So hieß die Marke des allerersten solchen Automaten. Das Japanische hat den langen Namen erneut auf drei wiedererkennbare Kana-Zeichen zusammengezogen – ein übliches Verfahren bei solchen Entlehnungen.

撮 — значение: aufnehmen, fotografieren, mit den Fingern nehmen, kneifen — онъёми: サツ — кунъёми: と.る、つま.む、-ど.り — 15 штрих(ов). 撮 – „aufnehmen, fotografieren“: 撮影 (satsuei) „Aufnahme“, 写真を撮る (shashin o toru) „ein Foto machen“. Im Wort プリクラ selbst kommt dieses Zeichen nicht vor – es ist vollständig in Katakana geschrieben, wie eine gewöhnliche Entlehnung.

1995, die Firma Atlus und der erste Automat „Print Club“

Den ersten Automaten unter der Marke „Print Club“ brachte die japanische Spielefirma Atlus im Juli 1995 heraus. Eine Sitzung kostete damals 300 Yen und ergab einen Bogen mit 16 kleinen Aufklebern von etwa anderthalb mal zweieinhalb Zentimetern. Die Idee stammte von einem Mitarbeiter einer Spielhalle in Shizuoka, und zur Marktreife brachte sie die Atlus-Entwicklerin Sasaki Miho.

Von den ersten Spielhallen zum landesweiten Boom

Nach der Markteinführung wurde der Automat schnell bei Schülerinnen und jungen Frauen beliebt, und bereits 1999 erreichte die Nachfrage ihren Höhepunkt: Schlangen vor den Automaten in Spielhallen und Einkaufszentren wurden zur Normalität. Später gingen die Rechte an der Marke „Print Club“ und an Purikura selbst an die Firma Sega über, die Atlus zusammen mit diesem Geschäftsbereich kaufte.

Zeichnen auf dem Bildschirm, Hintergrundauswahl und Versand aufs Handy

Eine moderne Purikura-Sitzung besteht meist aus zwei Phasen: Zuerst werden die Fotos gemacht, dann werden sie auf einem Touchscreen bearbeitet – man wählt Rahmen und Hintergrund und zeichnet mit dem Finger oder einem Stift auf dem Foto. Diese Phase heißt Rakugaki, „Gekritzel“. Der fertige Aufkleberbogen kann ausgedruckt werden, doch in vielen Läden wird das Ergebnis auch direkt aufs Handy geschickt und nicht nur auf Papier.

Die Regel für männliche Gäste ohne Begleitung

In vielen Läden gilt die Regel, dass ein Mann ohne Begleitung nicht in den separaten Bereich mit den Purikura-Automaten gelassen wird. Die Betreiber erklären das nicht mit Diskriminierung, sondern mit Sicherheitsgründen: Einige Läden verweisen auf frühere Fälle heimlicher Aufnahmen von Besucherinnen. Für Paare und Familien wird diese Regel fast überall aufgehoben.

Häufige Fragen

Was ist Purikura?
Purikura ist ein japanischer Automat, der fotografiert, das Gesicht automatisch bearbeitet und einen Bogen kleiner Aufkleber ausdruckt. Der Name ist eine Abkürzung von プリント倶楽部, „Print Club“: So hieß die Marke des ersten solchen Automaten, der 1995 erschien.
Warum sehen die Gesichter auf Purikura-Fotos anders aus?
Weil die Bearbeitung Teil der Leistung selbst ist und kein zufälliger Effekt des Programms: Schon vor dem Druck vergrößert der Automat die Augen und glättet die Haut auf dem Bild. Das ist seit den ersten Massenmodellen in der Technik angelegt und bis heute Teil des Formats.
Wann entstand Purikura?
Den ersten Automaten unter der Marke „Print Club“ brachte die Firma Atlus im Juli 1995 heraus, und die Beliebtheit des Formats erreichte 1999 ihren Höhepunkt. Später gingen die Rechte an der Marke an Sega über, die Atlus zusammen mit diesem Geschäftsbereich erwarb.
Kann man ein Purikura-Foto aufs Handy bekommen?
Ja, in vielen modernen Läden kann man das Bild nicht nur auf einem Aufkleberbogen ausdrucken, sondern nach der Sitzung auch direkt aufs Handy schicken. Früher waren Papieraufkleber das einzige Ergebnis, doch mit der Verbreitung von Smartphones ist die digitale Version zu einer üblichen Option geworden.

Quellen

Aktualisiert: 2026-09-21

禅

Japanese Zen