Umeshu: japanischer Likör aus grünen Ume-Pflaumen

Umeshu ist ein Likör aus unreifen Ume-Früchten, starkem neutralem Alkohol und Zucker. Ume-Früchte werden nicht roh gegessen: Sie sind herb und hart, und das Einlegen ist genau die Methode, sie zu nutzen. Ume wird im Deutschen oft als „japanische Pflaume“ bezeichnet, was jedoch eine Vereinfachung ist: Botanisch steht die Pflanze dem Aprikosenbaum näher und ist weder mit der einen noch mit der anderen im üblichen Sinne identisch.

Umeshu wird oft für einen gewöhnlichen Pflaumenlikör gehalten, doch sowohl das Ausgangsmaterial als auch das Prinzip sind hier anders: Verwendet werden nicht reife, sondern absichtlich unreife Früchte. Wir erklären, wie aus harten grünen Ume-Früchten ein süßer Likör wird, warum die Herstellung zu Hause gesetzlich als seltene Ausnahme erlaubt ist und worin sich dieser Likör von salzigen Umeboshi unterscheidet, die vom selben Baum stammen.

Ein Likör aus unreifen Früchten, nicht aus reifen Pflaumen

In frischem Zustand werden Ume-Früchte nicht gegessen: Sie sind herb und zu hart, und gerade damit sie nutzbar wurden, hat man sie in Alkohol eingelegt. Dabei nimmt man nicht reife, sondern absichtlich unreife, grüne Früchte – 青梅 (Aoume): Aus genau diesem Ausgangsmaterial entsteht Umeshu.

Ume ist weder eine Pflaume noch eine Aprikose im üblichen Sinne

Der Ume-Baum (梅) ist tatsächlich mit Pflaume und Aprikose verwandt, stellt aber eine eigene Art dar, die botanisch mit keiner von beiden übereinstimmt. Die deutsche Bezeichnung „japanische Pflaume“ ist eine übliche, aber vereinfachende Bezeichnung: Im Geschmack und in der Struktur der Frucht steht Ume eher der Aprikose nahe.

実 — значение: Frucht, Kern, reifen, Früchte tragen, Inhalt, Wesen — онъёми: ジツ、シツ — кунъёми: み、みの.る、まこと、みの、みち.る — 8 штрих(ов). 実 – „Frucht, Kern“: Dieses Zeichen kommt im Wort 梅酒 selbst nicht vor, bringt aber das Wesen von Umeshu genauer zum Ausdruck. Für den Likör ist nicht das Zeichen 梅 „Ume“ an sich wichtig, sondern der Zustand der Frucht – unreif, grün 青梅. Dasselbe Zeichen steht in 果実 (Kajitsu) „Frucht, Obst“ und im Verb 実る (Minoru) „Früchte tragen, reifen“.

Grüne Früchte, Zucker und Monate im Glas

Die Herstellung von Umeshu ist einfach: Grüne Ume-Früchte werden mit Kristallzucker bestreut und mit starkem neutralem Alkohol, meist Shōchū, übergossen und dann in einem verschlossenen Glas monatelang ziehen gelassen. In dieser Zeit zieht der Alkohol Geschmack und Aroma aus den Früchten, und der Zucker löst sich allmählich auf und mildert die Schärfe des Likörs.

Warum die Herstellung zu Hause gesetzlich erlaubt ist

Das japanische Gesetz verbietet grundsätzlich die private Alkoholherstellung, doch für Liköre wie Umeshu gibt es eine besondere Ausnahme. Man darf Früchte in bereits fertigem, besteuertem Alkohol mit mindestens 20 Volumenprozent einlegen, der im Laden gekauft und nicht selbst hergestellt wurde. Rechtlich gilt dies nicht als Herstellung eines neuen Alkohols, sondern nur als dessen Mischung mit Zusätzen.

Umeboshi und Ume-Sirup: Nachbarn vom selben Baum

Derselbe Ume-Baum liefert noch zwei weitere bekannte Produkte, die man nicht mit Umeshu verwechseln sollte. 梅干し (Umeboshi) sind gesalzene und in der Sonne getrocknete Ume-Früchte – ein ganz anderer Prozess und ein anderes Ergebnis; 梅ジュース (Ume-Sirup) ist die alkoholfreie Variante derselben Einlegeidee, nur mit Zucker ohne Alkohol.

Wie Umeshu üblicherweise getrunken wird

Umeshu wird meist mit Wasser oder Sodawasser verdünnt oder einfach auf Eis getrunken – der starke unverdünnte Likör steht seltener auf dem Tisch. Diese Art des Servierens mildert in erster Linie die Süße und Stärke des Getränks und dient nicht als besonderes Ritual.

Häufige Fragen

Was ist Umeshu?
Umeshu ist ein Likör aus unreifen grünen Ume-Früchten, starkem neutralem Alkohol und Zucker. Die Früchte werden nicht roh gegessen: Sie sind herb und hart, und das Einlegen in Alkohol ist die Methode, ihren Geschmack trinkbar zu machen.
Woraus wird Umeshu gemacht?
Aus grünen, noch unreifen Ume-Früchten, Kristallzucker und starkem neutralem Alkohol, meist Shōchū. Alles wird zusammen in einem verschlossenen Glas mehrere Monate ziehen gelassen, bis der Likör Geschmack und Milde entwickelt hat.
Ist Ume eine Pflaume oder eine Aprikose?
Streng genommen weder noch: Ume ist eine eigene Art derselben Gattung wie Pflaume und Aprikose, stimmt aber botanisch mit keiner von beiden überein. Die deutsche Bezeichnung „japanische Pflaume“ ist eine übliche, vereinfachende Bezeichnung, obwohl die Frucht im Geschmack und in der Struktur eher der Aprikose nahesteht.
Worin unterscheidet sich Umeshu von Umeboshi?
Es sind zwei verschiedene Produkte vom selben Baum und zwei verschiedene Prozesse: Umeboshi sind gesalzene und in der Sonne getrocknete Ume-Früchte, während Umeshu ein Likör aus denselben unreifen Früchten mit Alkohol und Zucker ist. Gemeinsam ist ihnen nur das Ausgangsmaterial, das Ergebnis unterscheidet sich jedoch sowohl im Geschmack als auch im Verwendungszweck völlig.

Quellen

Aktualisiert: 2026-09-21

禅

Japanese Zen